Motivation und Vision

Eure Fragen, meine Antworten
"Wie kamst Du dazu, Kunst für hochsensible Menschen zu machen?"

Aufgrund meiner Biografie. Ich weiss aus eigenem Erleben, wie es ist wenn Fühlen und Wahrnehmen sehr fein und sehr intensiv ausgeprägt sind. Damit verbunden ist ein sehr vernetztes, bildliches bis wahrnehmendes Denken.
Das bedeutet eine enorme Datenfülle die rund um die Uhr auf das eigene Nervensystem einströmt. Diese Fülle an sensorischen Reizen müssen simultan während jeder Situation verarbeitet und kanalisiert werden.
Dabei sind ca. 80 – 85  % der Menschen um uns herum weniger stark wahrnehmend, bzw. „neurosensitiv“, wie es wissenschaftlich mittlerweile benannt wird. Diese Mehrheit bestimmt, wie unsere Welt ist.
Das heißt, neurosensitive Menschen, oder umgangsprachlich „hochsensible Menschen“, finden für ihre feinsinnige Funktionsweise und den zugehörigen, sensiblen Bedürfnissen kaum passende Bedingungen in unserer Gesellschaft. Das führt zu enormen Passungsproblemen und sehr viel Unverständnis. Besonders in der Arbeitswelt, aber auch in Beziehungen, im Alltag und in der Freizeit.
Eine übermäßige Anpassung führt schnell zu Streßreaktionen bzw. Dauerstress für das sensible Naturell.
Überlastung, Erschöpfung, schlimmstenfalls Krankheit, sind einige der vielen Folgen.

Dabei bedeutet Neurosensitivität vor allem eine Fülle an Genuß, Tiefgründigkeit, Weitsicht, Einblick, Verbundenheit, Verantwortungsgefühl für unsere Mitwesen und unseren Lebensraum, also Empathie und Liebe. Darüber hinaus beinhaltet diese Funktionsweise wichtige Kompetenzen für die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen unserer Welt.
All das beinhaltet eine enorme Sinnfülle. Und neurosensitive Menschen sehnen sich nach Sinn und Bedeutung in ihrem Tun.
Mit meiner Kunst kann ich hier Räume schaffen, die feine Sinne und tiefgründige Seelen berührt, spiegelt und in ihrer Einzigartigkeit sieht.
Mit meiner Arbeit möchte ich auch dazu inspirieren, die eigene Wahrnehmungsintensität lieben zu lernen.

"Sollte Kunst nicht "frei" sein - also darf Kunst einem Zweck dienen?"

Jedes Kunstwerk folgt einer Idee, einem Gefühl, jedes Kunstwerk bringt unvermeidlich etwas bestimmtes zum Ausdruck.
Damit ist es wohl immer bedürfnismotiviert. Denn
dieses Bestimmte, was da ausgedrückt werden will, ist bewusst oder unbewusst aus dem Künstler hervorgegangen mit dem Bedarf – dem Zweck -,  geäußert oder getan zu werden. 

Jedes Kunstwerk kommuniziert. 
Für mich ist allein das schon Zweck, ist schon Dienlichkeit –  die vom Künstler selbst bestimmt sein muss.
Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Diese Selbstbestimmung der Künstlerinnen und Künstler im Schaffen ihrer Werke muss immer gewahrt bleiben.
Sie darf nicht von Außen bestimmt, erzwungen oder reglementiert werden. 

Kunst zu schaffen, dient mir aus Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Das dient mir thematisch, weil ich damit etwas für mich und die Gesellschaft relevantes mitteilen kann.
Ab hier dient Kunst der Gesellschaft und fördert idealerweise Erkenntnis und Veränderung.

Was könnte  heute, wo die Kunstfreiheit im Artikel 5 des Grundgesetzes als Kommunikationsgrundrecht festgeschrieben ist, diese „Freiheit“ darüber hinaus noch sein?

Für mich bedeutet die Freiheit der Kunst, dass ich als Künstlerin frei wähle, was ich zum Ausdruck bringe, in welchem Kontext und warum.
Ich bin dabei auch frei, zu wählen ob ich mich dem Kunstmarkt und seinen Regeln unterwerfe, oder ob ich lieber meine Unabhängigkeit von diesem System bewahre.
Ich habe mich für letzteres entschieden.

"Was begeistert Dich an deiner Spezialisierung?"

Mit dieser Arbeit kann ich entsprechend der eigenen Funktionsweise wirksam werden, und damit wiederum Menschen mit ähnlicher Funktionsweise stärken und inspirieren. 
Je mehr ich in die Tiefen des Fachgebietes „Neurosensitivität“ oder eben Hochsensibilität, eintauche, umso mehr sehe ich meine eigene Beobachtungen bestätigt: 
Die sehr hohe Wahrnehmungsfähigkeit bringt Changemaker-Kompetenzen mit, die wir als Gesellschaft umfassend benötigen. Die Erderhitzung, die Ausbeutung von Tier und Natur, und die Spaltungen in verschiedenen Lebensbereichen zeigen, dass wir unser kollektives Verhalten und unsere Systeme dringend ändern müssen. Hier können Neurosensitive Menschen unendlich viel beitragen.
Vor diesem Hintergrund möchte ich mit meiner Kunst den Hochsensiblen Menschen einen Beitrag sein. 

Mit meiner Kunst schaffe ich daher einen stärkenden Raum für neurosensitive Persönlichkeiten, wo die intensive Wahrnehmung sich satt sehen und satt fühlen darf. Wo empfindsamen Sensoren eintauchen und tiefgründig unterwegs sein können und wo die hohe Sensibilität mit allem was dazugehört, einfach SEIN darf.
Ein Spiegelfeld für hochsensibles Lebendigsein.

"Was würdest Du gerne verändern?"

Ich würde gerne eine Menschheit erleben, die die wahrnehmungsintensive Funktionsweise umfassend respektiert und ihre Notwendigkeit und darin enthaltene Achtsamkeit und Weisheit wertschätzt. 
Ich würde gerne sehen, dass feinsinnige Menschen überall ihren sinnerfüllten Platz und ihre Rolle in unseren Gesellschaften einnehmen und ihre Changemaker-Befähigungen kraft-und wirkungsvoll ausfüllen können.
Ich wünsche mir mehr gegenseitiges Erkennen und Wertschätzen in unseren jeweiligen Fähigkeiten.